5. Auswahl der Ventilatoren

Zur Auswahl der beiden benötigten Lüfter für Fort- und Zuluft habe ich zunächst versucht, die Druckverluste in der geplanten Rohrstrecke, im Wärmetauscher und in dem Luftfilter zu berechnen. Leider waren die entsprechenden Infos entweder für den zwar interessierten, aber nicht ausgebildeten Laien teils komplizierte Berechnungen, oder die Druckverluste werden einfach nicht genau angegeben, z.B. bei den Filtereinsätzen. So habe ich die jetzigen F7-Filtereinsätze mit ähnlichen Einsätzen verglichen, bei denen es Angaben dazu gab.
Lediglich beim Ventilator gab es präzise Angaben zu den Kenndaten, sodass ich bei der Wahl des Ventilators von ebm-papst auf ein ausführliches Firmendatenblatt zugreifen konnte.

Für eine etwas genauere Auslegung, aber auch zur Überprüfung der Leistung habe ich mir dann einen Versuchsaufbau aufgebaut, mit dessen Hilfe ich die Strömungsverhältnisse durch einfaches Ausprobieren und Auswerten in den Griff bekommen wollte.

Für diese Tests hatte ich nach einiger Internet-Recherche eine grobe Vorstellung von der Volumenleistung, die ich mir ausgedacht hatte. Das Problem ist ja eventuell, dass es im Sommer in der Nacht nur eine relativ kurze Zeitspanne geben könnte, in der die Luftfeuchtigkeit außen geringer ist als im Keller. Daher musste der Volumenstrom schon relativ hoch liegen.
Um die 150 Kubikmeter pro Stunde sollten es daher schon sein.

Der benutzte Lüfter von ebm-papst ist vom Typ her ein sogenannter DC-Diagonallüfter, der einen brauchbaren Volumenstrom in einem relativ hohen Druckbereich liefern kann. Also hoffentlich genau richtig, wenn man Druckverluste zu erwarten hat. Außerdem habe ich so Reserven, wenn sich der Luftfilter zusetzt, und dort der Druckverlust zunimmt.

Der Versuchsaufbau

Er besteht aus einem in das vorgesehene Rohrstück eingebautem Lüfter, daran angeschlossen ein langer Luftschlauch mit einem definierten Füllvolumen von ungefähr 333,33 Litern und einem Handy zum Stoppen der Füllzeit. Beim Vergleich mit dem frei in den Luftschlauch blasenden Ventilator, und den Füllzeiten mit angeschlossenem Wärmetauscher und/oder davorgesetzter Filterbox lassen sich durch einfaches Stoppen die Druckverluste abschätzen, bzw. das Luftfördervolumen der Lüftungsanlage bestimmen.

Versuchsaufbau1
Hier der Wärmetauscher mit angeflanschter Lüfterbox

 

Versuchsaufbau3
Hier füllt sich der Luftsack frei einblasend
Versuchsaufbau2
Ich habe das Füllvolumen mit 333,33 Litern grob geschätzt. 🙂 Weiß jemand das Füllvolumen eines Schlauchsacks von 86 x 213 cm exakt?

Ergebnis der kleinen Versuchsreihe:

Füllzeit frei einbasend:
4 Sekunden – entspricht 300 Kubikmeter/h Volumenstrom

Füllzeit nur mit Wärmetauscher:
5 Sekunde – entspricht 240 Kubikmeter/h Volumenstrom

Füllzeit mit Wärmetauscher und Filterbox:
6 Sekunden – entspricht 200 Kubikmeter/h

Füllzeit mit Wärmetauscher, Filterbox plus 10 Meter Rohrleitung mit 10 Krümmungen:
7 Sekunden – entspricht 170 Kubikmeter/h

 

Die beiden Lüfter

Lüfternenndaten
Das Datenblatt spricht von 320 Kubikmeter/h freiblasend, bei meinem Versuchsaufbau brauchte er für 333,33 Liter 4 Sekunden, also dementsprechend 12 Sekunden pro Kubikmeter. 3600 Sekunden (= 1 Stunde) geteilt durch 12 ergibt 300 Kubikmeter pro Stunde, also ein Wert, der ziemlich genau den Daten entspricht.

Kennlinie
Jetzt kann ich anhand des Lüfterdiagramms und der verschiedenen Fördervolumina abschätzen, ob der gewählte Lüfter in seinem optimalen Arbeitspunkt arbeitet. Wie man sieht, bewege ich mich bei einem Volumenstrom (V) von 170 Kubikmetern/h bei einem Druck von ca. 180 Pa, was für mich bedeutet, dass der Lüfter ausreichend dimensioniert ist.

Der Raum zum Wäschetrocknen sowie die daran angrenzenden Räume haben ein Luftvolumen von ca. 120 Kubikmetern. Das bedeutet, dass innerhalb einer Laufzeit von rund 42 Minuten das gesamte Luftvolumen einmal ausgetauscht wäre. Damit sollte auch im Sommer selbst bei einem knappen Zeitfenster noch eine gute Lüftung klappen können.

 

Hier sind noch ein paar Bilder des Lüftereinbaus in die KG-Reduzierung DN200 auf DN160 mittels einer Scheibe, Innendurchmesser 125 mm, Außendurchmesser 189 mm. Die Scheibe wurde aus einem KG200-Rohrstopfen ausgesägt.

 

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